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Elektrospeicherheizung

Elektrospeicherheizung im Kanton Bern ersetzen

Elektrospeicherheizungen laden in der Nacht Wärme in keramische Speicherkerne und geben sie tagsüber ab. Der Ersatz erfordert eine individuelle Planung — je nachdem, ob eine zentrale oder dezentrale Anlage vorliegt.

Zentrale oder dezentrale Speicherheizung?

Bei Elektrospeicherheizungen wird zwischen zwei grundlegend verschiedenen Systemen unterschieden, die jeweils andere Anforderungen an den Ersatz stellen:

Zentrale Elektrospeicherheizung

Ein grosser, zentraler Speicherblock — meist im Keller aufgestellt — erwärmt über Nacht Wasser oder direkt keramische Speicherkerne. Die Wärme wird über ein wassergeführtes Verteilnetz an die Räume abgegeben. Eine zentrale Speicherheizung hat folgende Eigenschaften:

  • Ein zentraler Aufstellungsort mit meist guter Zugänglichkeit
  • In der Regel ist bereits eine hydraulische Wärmeverteilung (Radiatoren oder Bodenheizung) vorhanden
  • Der Speicherblock kann mehrere Tonnen wiegen
  • Die elektrische Zuleitung ist für hohe Leistung ausgelegt

Ersatz: Die vorhandene hydraulische Verteilung ist ein Vorteil. Das Verteilnetz kann oft weitergenutzt oder angepasst werden. Der neue Wärmeerzeuger (z. B. Wärmepumpe) wird in der Regel am bisherigen Standort oder in dessen Nähe installiert. Der Rückbau des alten Speicherblocks erfordert schweres Gerät und eine fachgerechte Entsorgung.

Dezentrale Elektrospeicheröfen

In verschiedenen Räumen sind einzelne Speicheröfen installiert, jeder mit eigenem keramischen Speicherkern. Eigenschaften:

  • Meist keine zentrale Wärmeverteilung vorhanden
  • Jeder Ofen wiegt mehrere hundert Kilogramm
  • Die Öfen sind über separate Stromleitungen angeschlossen
  • Die Wärmeabgabe erfolgt direkt im Raum — nicht über ein Verteilnetz

Ersatz: Der Ersatz dezentraler Speicheröfen erfordert die Installation eines vollständigen wassergeführten Verteilnetzes im ganzen Gebäude. Dies bedeutet das Verlegen von Heizleitungen, den Einbau von Radiatoren oder einer Bodenheizung sowie die Einrichtung eines Technikraums für den neuen zentralen Wärmeerzeuger. Die erste hydraulische Wärmeverteilung wird im Kanton Bern im Rahmen des Gebäudeprogramms gefördert.

Speicherung und Ladung

Elektrospeicherheizungen nutzen das Prinzip der thermischen Speicherung: Keramische Speicherkerne (z. B. Magnesit- oder Schamottsteine) werden in der Nacht mit preisgünstigem Strom aufgeheizt und geben die gespeicherte Wärme tagsüber kontrolliert an den Raum oder das Heizwasser ab.

  • Aufladung: Die Aufladung erfolgt typischerweise während der Niedertarifzeiten (Nachtstrom). Die Ladeelektronik regelt die Aufnahme je nach Aussentemperatur und Restwärme im Speicher.
  • Entladung: Die Wärmeabgabe wird über Klappen, Gebläse oder ein hydraulisches System gesteuert. Bei älteren Anlagen ist die Regelung oft ungenau.
  • Speicherkapazität: Die Grösse des Speichers bestimmt, wie lange das Gebäude ohne Nachladung beheizt werden kann.

Gewicht und fachgerechter Rückbau

Ein zentraler Aspekt beim Ersatz einer Elektrospeicherheizung ist das hohe Gewicht der Speicherkerne:

  • Ein zentraler Speicherblock kann mehrere Tonnen wiegen — das erfordert beim Rückbau geeignetes Hebezeug und eine statische Beurteilung des Bodens.
  • Dezentrale Speicheröfen wiegen pro Einheit oft mehrere hundert Kilogramm. Der Abtransport aus den Räumen (teils in oberen Stockwerken) muss geplant werden.
  • Die keramischen Speichersteine können je nach Baujahr und Hersteller unterschiedliche Materialzusammensetzungen aufweisen.
Achtung: Ältere Elektrospeicherheizungen können schwere Bauteile und unbekannte oder schadstoffhaltige Materialien enthalten. Eine fachgerechte Prüfung, der kontrollierte Rückbau und die ordnungsgemässe Entsorgung durch einen qualifizierten Fachbetrieb sind zwingend erforderlich.

Bestehende Wärmeverteilung

Die vorhandene Wärmeverteilung ist ein Schlüsselfaktor für den Ersatz:

  • Hydraulische Verteilung vorhanden: Bei zentralen Speicherheizungen ist meist ein wassergeführtes Netz installiert. Die bestehenden Radiatoren können oft weitergenutzt werden, sofern sie für die erforderliche Vorlauftemperatur geeignet sind.
  • Keine hydraulische Verteilung: Bei dezentralen Speicheröfen fehlt in der Regel ein wassergeführtes Verteilnetz. Die Erstinstallation ist aufwendiger, wird aber im Kanton Bern gefördert.
  • Bodenheizung vorhanden: In einigen Gebäuden wurde bereits beim Bau eine wassergeführte Bodenheizung installiert — ein optimaler Ausgangspunkt für den Umstieg auf eine Wärmepumpe.

Neue zentrale Heizlösung

Unabhängig davon, ob eine zentrale oder dezentrale Speicherheizung ersetzt wird, ist das Ziel in der Regel eine zentrale Heizlösung mit einem erneuerbaren Wärmeerzeuger. Die wichtigsten Optionen:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Platzsparende Aussenaufstellung, nutzt Umgebungsluft. Bei zentralen Speicherheizungen mit bestehender hydraulischer Verteilung oft die wirtschaftlichste Lösung.
  • Erdsonden-Wärmepumpe: Hohe Effizienz, aber aufwendigere Planung mit Bohrung und Bewilligungsverfahren.
  • Wärmenetzanschluss: Falls ein Wärmenetz in der Gemeinde vorhanden ist, entfällt der eigene Wärmeerzeuger — es wird nur eine kompakte Übergabestation benötigt.
  • Holzheizung: Braucht Platz für Lager und Kamin, kann aber bei geeigneten räumlichen Verhältnissen eine sinnvolle Alternative sein.

Welche Lösung im konkreten Fall optimal ist, prüft der Fachbetrieb anhand der Gebäudesituation, der vorhandenen Wärmeverteilung und der örtlichen Gegebenheiten.

Sicherheitshinweis zum Rückbau

Wichtiger Hinweis:

Diese Seite enthält keine Anleitung zum Rückbau von Elektrospeicherheizungen. Der Rückbau elektrischer Anlagen und die Handhabung schwerer Bauteile sowie die Entsorgung allfälliger Schadstoffe dürfen ausschliesslich durch qualifizierte Fachpersonen und unter Beachtung der geltenden Sicherheits-, Umwelt- und Entsorgungsvorschriften erfolgen.

Arbeiten an elektrischen Anlagen erfordern eine Elektrofachkraft mit entsprechender Bewilligung. Der Transport schwerer Speichereinheiten erfordert geeignete Hebe- und Transportmittel.

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